Tag der Befreiung Italiens am 25. April

Tag der Befreiung Italiens

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Das Festa della Repubblica (dt. „Fest der Republik“) am 2. Juni wird in Italien als Nationalfeiertag im Gedenken an das Referendum von 1946 begangen. Entlang des Stiefels kennt man jedoch noch einen inoffiziellen zweiten Nationalfeiertag von ähnlichem Stellenwert. Der Anniversario della Liberazione (dt. „Tag der Befreiung“) erinnert, wie der Name bereits vermuten lässt, an die Befreiung Italiens vom Faschismus, die den Weg zur heutigen Republik ebnete. Seither stehen jeden 25. April, landauf und landab, Feierlichkeiten und Demonstrationen auf dem Programm. Der Weg zur Befreiung Italiens war jedoch beschwerlich.

Ein Datum mit symbolischem Wert

Nach zwei Jahrzehnten an der Macht floh der faschistische Diktator Benito Mussolini am 25. April 1945 aus Salò, um den Alliierten zu entkommen, nachdem einerseits die versuchte Verständigung mit dem nichtkommunistischen Flügel der Widerstandsbewegung Resistenza scheiterte und andererseits durchsickerte, dass Verhandlungen über eine Teilkapitulation in Italien stationierter deutscher Truppen, welche die Republik von Salò zu Fall gebracht hätte, im Gange waren. Der Comitato di Liberazione Nazionale (kurz CLN, dt. „Komitee der nationalen Befreiung“) verkündete den Erfolg der Resistenza und sprach zugleich den Todesbefehl für alle in Freiheit befindlichen Faschisten an, der gegen den wenige Tage später gefangengenommenen Mussolini auch verstreckt wurde. Außerdem befreiten US-Streitkräfte einige große Städte, wie Turin und Mailand.

Tatsächlich hat der 25. April vor allem symbolischen Wert, da es bis zur vollständigen Befreiung Italiens noch bis zum 1. Mai 1945 dauern sollte. An jenem Tag in April wurden jedoch sämtliche Hebel für die Demokratisierung des Landes in Bewegung gesetzt, die schließlich im Referendum vom 2. Juni 1946, dem tatsächlichen Nationalfeiertag, gipfelten. Ein Gesetz aus dem Jahr 1949 erklärte den 25. April schließlich zum landesweiten Feiertag.

Feierlichkeiten am 25. April

Der Anniversario della Liberazione wird in ganz Italien mit zahlreichen Feierlichkeiten wie auch mit Demonstrationen von Veteranen, Partisanen und verschiedenen antifaschistischen Gruppierungen begangen. Oft stehen dabei symbolische Gesten im Mittelpunkt, wie 2005, als der letzte Teil des Obelisken von Axum, der 1937 von Mussolini nach Rom gebracht wurde, an Äthiopien zurückerstattet wurde. Jede größere Stadt hält eigene Feste ab, die oft mehrere Tage andauern. Bologna veranstaltet beispielsweise das Festa della Resistenza Popolare in Bahnhofsnähe, während in Mailand L’Antifascismo in Piazza beheimatet ist. In Parma findet eine ganze Serie an Events statt, die sich über mehrere Wochen erstrecken und im Zeichen von Musik, Kultur und Erinnerung stehen.

Gran Premio della Liberazione

Zu den etwas ungewöhnlicheren Traditionen des 25. Aprils zählt die Übertragung eines ehemaligen Amateur-Radrennens, das mittlerweile Fahrern aus der Nachwuchskategorie U23 vorbehalten ist, im italienischen Staatsfernsehen RAI. Die eigentliche sportliche Wertigkeit des Gran Premio della Liberazione (dt. „Großer Preis der Befreiung“) ist bestenfalls zweitrangig, denn das bereits 1946 am Jahrestag der Befreiung Italiens erstmals ausgetragene Rennen an den Carcalla-Thermen in Rom hat vor allem symbolischen Charakter. Seit 2016 findet auch das Damenrennen auf der gleichen Strecke statt.

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