{"id":842,"date":"2020-09-17T12:01:39","date_gmt":"2020-09-17T12:01:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/?p=842"},"modified":"2020-09-17T12:01:39","modified_gmt":"2020-09-17T12:01:39","slug":"como-eine-kunststadt-vieler-herren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/como-eine-kunststadt-vieler-herren\/","title":{"rendered":"Como \u2013 eine Kunststadt vieler Herren"},"content":{"rendered":"<p>Am S\u00fcdwestende des wundersch\u00f6nen, schier endlosen Comer Sees liegt Como, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Lombardei. In unmittelbarer N\u00e4he zur Schweizer Grenze gelegen und nur 45 km von Mailand entfernt, breitet sich eine wundersch\u00f6ne Touristenstadt aus. Nat\u00fcrlich ist der geradezu verf\u00fchrerische See mit seinem Badegenuss und den zahlreichen Wassersportarten erster Anziehungspunkt, doch verbergen sich hinter der Fassade der Kunststadt Como zahlreiche weniger bekannte Highlights. Welche das sind, finden wir jetzt gemeinsam heraus.<\/p>\n<p><strong>Como damals und heute<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_840\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-840\" class=\"size-medium wp-image-840\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_209731504_byvalet-300x200.jpg\" alt=\"Kunststadt Como\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_209731504_byvalet-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_209731504_byvalet-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_209731504_byvalet-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_209731504_byvalet.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-840\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/byvalet<\/p><\/div>\n<p>Wo es sich gut badet, da lass dich nieder \u2013 klingt nach einem patenten Urlaubsrezept, bezieht sich aber auf den Comer See. Auf den H\u00fcgeln s\u00fcdlich des Gew\u00e4ssers gab es bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. erste d\u00f6rfliche Besiedlungen. Diese bl\u00fchten bis zum Einfall der Kelten auf. Comum, so der r\u00f6mische Name, soll von den Galliern gegr\u00fcndet worden sein. Unter Gnaeus Pompeius Strabo und C\u00e4sar wurde die r\u00f6mische Kolonie schlie\u00dflich deutlich ausgebaut, um gegen Einf\u00e4lle der benachbarten R\u00e4ter gesch\u00fctzt zu sein. Am See des wohlhabenden Ortes mit florierender Eisenindustrie standen einst zahlreiche Villen.<\/p>\n<p>Fr\u00fche germanische Invasionen setzten Como ordentlich zu, erst in langobardischer Zeit kehrten die Menschen zur\u00fcck. Ein schwelender Konflikt mit den Erzbisch\u00f6fen von Mailand f\u00fchrte immer wieder zu einem zerm\u00fcrbendem Kreislauf aus Krieg, Besetzungen, Befreiungen und Verw\u00fcstungen. Wechselnde Herren im Mittelalter brachten Como 1450 zur\u00fcck in mail\u00e4ndische Hand, bevor die Stadt, wie auch der Rest der Lombardei, in spanische Herrschaft geriet. In sp\u00e4teren Jahrhunderten ging es nach \u00d6sterreich, in die Cisalpinische Republik, an Napoleons K\u00f6nigreich Italien und zur\u00fcck nach \u00d6sterreich, bevor man nach der Befreiung durch Giuseppe Garibaldi 1859 schlie\u00dflich in das neue italienische K\u00f6nigreich eingegliedert wurde.<\/p>\n<p><strong>Der Dom zu Como<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_841\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-841\" class=\"size-medium wp-image-841\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_322183711_boggy-300x187.jpg\" alt=\"Kunststadt Como\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_322183711_boggy-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_322183711_boggy-768x479.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_322183711_boggy-900x562.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Como_322183711_boggy.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-841\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/boggy<\/p><\/div>\n<p>Diese gewohnt ausf\u00fchrliche Kurzabhandlung \u2013 es lebe der Widerspruch! \u2013 soll vor allem zeigen, dass es in Como nicht gerade linear vor sich ging. Wechselnde Herrschaftsh\u00e4user hinterlie\u00dfen ein besonders vielf\u00e4ltiges Stadtbild, dominiert durch den Dom. Die Cattedrale di Santa Maria Assunta steht im Herzen der Altstadt und war die letzte erbaute gotische Kathedrale in der gesamten Lombardei. Tats\u00e4chlich gab es mit Santa Maria Maggiore bereits eine Kathedrale aus dem 9. Jahrhundert in Seen\u00e4he, statt der angedachten Restauration kam es ab Ende des 14. Jahrhunderts allerdings zum Neubau.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ging nicht alles reibungslos, und so wurde der Dom in mehreren Phasen errichtet. Bis 1519 standen die Hauptapsis, die Sakristeien und die Seitenfl\u00fcgel, die s\u00fcdliche und n\u00f6rdliche Apsis folgten erst ein Jahrhundert sp\u00e4ter, die Kuppel sogar nicht vor Mitte des 18. Jahrhundert. Obwohl die Bauphasen bis in die Renaissance und dar\u00fcber hinaus reichten, sieht man nur wenig von diesen sp\u00e4teren Perioden. Der Dom zu Como ist mit zahlreichen gro\u00dfartigen Kunstwerken ausgestattet, darunter Statuen von Plinius dem \u00c4lteren und Plinius dem J\u00fcngeren, beide Einwohner Comos, und pr\u00e4chtige Altarbilder. Im Domschatz findet sich das Reliquienbeh\u00e4ltnis Urna Volpi mit Haaren Marias und einer Haarnadel von Maria Magdalena.<\/p>\n<p><strong>Kirchen und Schl\u00f6sser in Como<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreiche mittelalterliche und romanische Kirchen sowie pr\u00e4chtige Pal\u00e4ste und Schl\u00f6sser innerhalb und rund um die antike, im Mittelalter erweiterte und verst\u00e4rkte Stadtmauer geben einen Eindruck \u00fcber die architektonische Vielfalt Comos. Wir werfen einen kleinen Blick auf ein paar ausgew\u00e4hlte religi\u00f6se und weltliche Bauwerke:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>San Fedele:<\/strong> Unweit des Doms befindet sich diese Kirche aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert, die du wahrscheinlich nicht so leicht finden wirst. Links und rechts an San Fedele grenzen Wohnh\u00e4user an, zudem wurde die Fassade 1914 rekonstruiert und harmonisch in das Stadtbild eingegliedert. Interessant ist hingegen der ungew\u00f6hnliche Drei-Konchen-Chor, vermutlich nach K\u00f6lner Vorbild errichtet und seit jeher Forschungsgegenstand f\u00fcr etwaige mittelalterliche Beziehungen zwischen Como und der Rheinmetropole.<\/li>\n<li><strong>Sant\u2018Abbondio:<\/strong> Wie San Fedele ist auch Sant\u2019Abbondio \u00e4lter als der Dom. Das Langhaus stammt aus der zweiten H\u00e4lfte des 11. Jahrhunderts, als die Ottonen deutsche romanische Architektur mitbrachten. Ornamentik und T\u00fcrme haben offenkundige nordeurop\u00e4ische Vorbilder, die Rundst\u00fctzen sind franz\u00f6sisch inspiriert und das Freskenprogramm aus dem 14. Jahrhundert spielt mit Stilistik aus Umbrien und der Toskana.<\/li>\n<li><strong>Castello Baradello:<\/strong> Wir wagen einen Ausflug auf den H\u00fcgel \u00fcber der Stadt, wo einst die r\u00f6mische Siedlung gegr\u00fcndet wurde. Das Castello Brandello kann auf eine lange, erstaunliche Geschichte zur\u00fcckblicken, einst von Barbarossa restauriert und den B\u00fcrgern Comos geschenkt. Kaiser Karl V. lie\u00df das Schloss im 16. Jahrhundert bis auf den Turm abrei\u00dfen, damit es nicht in franz\u00f6sische H\u00e4nde gelangen konnte. Erst 1971 folgte eine aufw\u00e4ndige Restaurierung. Der Turm mit byzantinischen W\u00e4nden aus dem 6. bis 7. Jahrhundert blieb \u00fcber all die Jahrhunderte gut erhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was du dir ebenfalls nicht entgehen lassen solltest<\/strong><\/p>\n<p>Darf es noch etwas mehr von Como sein? Klar, wir kriegen auch kaum genug von dieser faszinierenden Kunststadt. Hier sind einige weitere Favoriten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Casa del Fascio:<\/strong> Como ist nicht nur Heimat faszinierender Zeugen alter Herrscher. Die Casa del Fascio gilt als Schl\u00fcsselwerk der italienischen Moderne (Razionalismo). Einst hatte die lokale Abteilung von Mussolinis faschistischer Partei ihren Sitz in diesem marmorverkleideten Geb\u00e4ude, heute ist die Guardia di Finanza mit dazugeh\u00f6rigem Museum hier untergebracht.<\/li>\n<li><strong>Villa Olmo:<\/strong> Du interessiert dich f\u00fcr klassizistische Architektur? Dann wirst du in Como ebenfalls f\u00fcndig! Ende des 18. Jahrhunderts entstand die Villa Olmo in Auftrag des Marquis Innocenzo Odescalchi. Zwar f\u00fchrten sp\u00e4tere Besitzer umfassende \u00c4nderungen durch \u2013 der Eingangsbereich wurde zur gro\u00dfen Halle, der Garten zum englischen Park \u2013 und doch blieb der urspr\u00fcngliche Geist erhalten.<\/li>\n<li><strong>Tempio Voltiano:<\/strong> Im Jahr 1800 erfand Alessandro Volta die erste elektrische Batterie. Dieses neoklassizistische Museum wurde zum 100. Todestag des Wissenschaftlers erbaut und zeigt Voltas wissenschaftliche Werkzeuge, diverse Batterieurformen und Alltagsgegenst\u00e4nde aus seinem Leben.<\/li>\n<li><strong>Standseilbahn:<\/strong> Brunate liegt auf einem H\u00fcgel oberhalb der Stadt Como. Das Gebiet war bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. besiedelt und entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum beliebten Touristenziel. Die eingleisige Standseilbahn verbindet Como mit Brunate, einst als Haupttransportweg f\u00fcr die Bewohner, heute als beliebte Touristenattraktion.<\/li>\n<li><strong>Broletto:<\/strong> Abschlie\u00dfend wagen wir einen Sprung zur\u00fcck ins Mittelalter. Unmittelbar nordwestlich der Domfassade erhebt sich der wohl wichtigste mittelalterliche Profanbau der Stadt, ein deutliches Zeichen f\u00fcr die enge Verbindung geistlicher und weltlicher Macht dieser Epoche. Gemauerte S\u00e4ulenarkaden f\u00fchren in das mit zahlreichen Figuren, Balustraden und Loggien verzierte Geb\u00e4ude.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sicherlich z\u00e4hlt Como zu den weniger bekannten Kunstst\u00e4dten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur wegen des Comer Sees. Von antiken Vorboten \u00fcber das besonders ausgepr\u00e4gte mittelalterliche Erbe bis zur wechselhaften Neuzeit und Moderne entdeckst du so manchen Schatz. Und, ja, ein Sprung in den See darf gerade in der warmen Jahreszeit selbstverst\u00e4ndlich nicht fehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am S\u00fcdwestende des wundersch\u00f6nen, schier endlosen Comer Sees liegt Como, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Lombardei. In unmittelbarer N\u00e4he zur Schweizer Grenze gelegen und nur 45 km von Mailand entfernt, breitet sich eine wundersch\u00f6ne Touristenstadt aus. 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