{"id":825,"date":"2020-07-29T12:26:40","date_gmt":"2020-07-29T12:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/?p=825"},"modified":"2020-07-29T12:26:40","modified_gmt":"2020-07-29T12:26:40","slug":"die-kunststadt-aosta-von-der-urzeit-bis-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/die-kunststadt-aosta-von-der-urzeit-bis-heute\/","title":{"rendered":"Die Kunststadt Aosta von der Urzeit bis heute"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_823\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-823\" class=\"size-medium wp-image-823\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Aosta-Italy-june-The-311487958-300x200.jpg\" alt=\"Kunststadt Aosta\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Aosta-Italy-june-The-311487958-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Aosta-Italy-june-The-311487958-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Aosta-Italy-june-The-311487958-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Aosta-Italy-june-The-311487958.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-823\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/terrabattuta<\/p><\/div>\n<p>Im \u00e4u\u00dfersten Nordwesten Italiens liegt das Aostatal, an Frankreich und die Schweiz angrenzend. Die kleine Region ist f\u00fcr ihre nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit und den Tourismus, die zahlreichen Regional- und Nationalparks sowie die prestigetr\u00e4chtigen, oft grenz\u00fcbergreifende Skigebiete bekannt. Zudem finden sich im Aostatal franz\u00f6sischsprachige Gemeindenamen \u2013 ein Verweis auf die gut 900j\u00e4hrige Zugeh\u00f6rigkeit zum Herrschaftsgebiet des Hauses Savoyen. \u00dcber die einzelnen Ortschaften der Region spricht man allerdings nur selten, au\u00dferhalb der Grenzen kennen wohl nur wenige ihre Namen. Dabei g\u00e4be viel Spannendes zu entdecken. Die Hauptstadt Aosta \u2013 sie tr\u00e4gt als einzige Gemeinde des Aostatals einen zus\u00e4tzlichen italienischen Ortsnamen \u2013 ist sogar eine waschechte Kunststadt mit hochspannender Geschichte und packenden Sehensw\u00fcrdigkeiten. Diesen etwas versteckten und zu Unrecht vergessenen Schatz im Norden Italiens stellen wir dir heute vor.<\/p>\n<p><strong>Wie Aosta zu Aosta wurde<\/strong><\/p>\n<p>Wo sich heute die Hauptstadt der Region Aostatal erhebt, gab es bereits vor 5000-6000 Jahren erste pr\u00e4historische Siedlungen. Die einheimischen Salasser konnten sich mithilfe der nat\u00fcrlichen Alpenbarriere lange Zeit gegen die r\u00f6mische Invasion wehren. Im Jahr 25 v. Chr. eroberte A. Terentius Varro Murena im Rahmen der Augusteischen Alpenfeldz\u00fcge schlie\u00dflich das Aostatal. Die Salasser wurden mehrheitlich als Sklaven verkauft, Augustus lie\u00df aus einem bestehenden Legionslager die Stadt Augusta Pr\u00e6toria \u2013 das heutige Aosta \u2013 gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche r\u00f6mische Schachbrettstruktur ist noch heute in der Altstadt erkennbar. 64 H\u00e4userbl\u00f6cke (Insulae) formten das von einer Stadtmauer mit jeweils einem Tor auf allen vier Seiten umgebene Augusta Pr\u00e6toria, gro\u00dfe Bauten wurden auf vordefinierten \u201eSchachbrettfelder\u201c errichtet. Nach dem Ende des R\u00f6mischen Reichs k\u00e4mpften die Franken und die Langobarden um das Gebiet, sp\u00e4ter lie\u00df Karl der Gro\u00dfe die Via Francigena nach Rom durch die Stadt errichten. 1025 erwarb Humbert I. von Savoyen die Region; sie sollte bis 1946 zum Herrschaftsgebiet geh\u00f6ren, auch nach der Eingliederung in das italienische K\u00f6nigreich im Jahr 1861. W\u00e4hrend des Faschismus sah sich das Aostatal erzwungener Italianisierung ausgesetzt und war im Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Zentren des Widerstands. Die Region erhielt nach Kriegsende ein Sonderstatut, um Autonomiebestrebungen sowie Annexionspl\u00e4nen Frankreichs entgegenzusteuern. Noch heute sprechen knapp 80 % der Bev\u00f6lkerung Franz\u00f6sisch und beinahe 70 % den traditionell volkssprachlichen Dialekt Frankoprovenzalisch.<\/p>\n<p><strong>Das pr\u00e4historische Aosta<\/strong><\/p>\n<p>Es lohnt sich, das \u00fcberaus vielf\u00e4ltige Stadtbild Aostas chronologisch abzuarbeiten, und so geht es \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 in vorgeschichtlichen Zeiten los. Saint Martin de Corl\u00e9ans am westlichen Stadtrand ist eine der gr\u00f6\u00dften Megalithanlagen Italiens. Sie wurde im Juni 1969 entdeckt und in 22 Schichten mit einer Tiefe von bis zu sechs Metern abgetragen sowie analysiert. Auf einer Fl\u00e4che von ca. einem Hektar erlebst du die Entwicklung dieser St\u00e4tte vom Ende des Neolithikums \u00fcber die Kupfer- und Bronzezeit bis in die Eisenzeit mit. Man vermutet, dass die \u00e4lteste Phase menschlicher Aktivit\u00e4ten um 4200 v. Chr. begann. Gepfl\u00fcgte Furchungen deuten rituelle Handlungen an. Der eigentliche Anlagenbau setzte vermutlich zwischen 3000 und 2750 v. Chr. ein. 22 in einer Reihe gesetzte Holzpf\u00e4hle \u2013 es d\u00fcrfte sich laut Experten um Totems handeln \u2013 wurden angebracht, sp\u00e4ter folgten \u00fcber 40 anthropomorphe Stelen. Diese d\u00fcrften feierliche Denkm\u00e4ler zu Ehren von Helden und Gottheiten sein. Saint Martin de Corl\u00e9ans ist zudem eine Nekropole. Die Bestattungsphase sollte bis in die Bronzezeit andauern, verschiedenste Grabarten und Riten konnten identifiziert werden. Vermutlich wurde die Nekropole sogar bis in die R\u00f6merzeit genutzt. Ein gewaltiger, \u00fcber zwei Geb\u00e4ude verteilter Museumskomplex bringt dir die Ausgrabungsst\u00e4tte n\u00e4her. Hier erf\u00e4hrst du mehr \u00fcber die verschiedenen arch\u00e4ologischen Phasen und die Entwicklung Aostas von damals bis heute.<\/p>\n<p><strong>R\u00f6mische Ruinen in Aosta<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_824\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-824\" class=\"size-medium wp-image-824\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Ancient-Ruins-Of-Old-Roman-Amp-351875156-300x200.jpg\" alt=\"Kunststadt Aosta\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Ancient-Ruins-Of-Old-Roman-Amp-351875156-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Ancient-Ruins-Of-Old-Roman-Amp-351875156-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Ancient-Ruins-Of-Old-Roman-Amp-351875156-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/bigstock-Ancient-Ruins-Of-Old-Roman-Amp-351875156.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-824\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/Bizi88<\/p><\/div>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, erkennst du den r\u00f6mischen Aufbau Aostas noch heute bei einem Streifzug durch die Altstadt. Tats\u00e4chlich \u00fcberdauerten einige Strukturen und Bauwerke aus dem Altertum die Zeit, zumindest in Teilen. Die r\u00f6mische Stadtmauer Aostas ist ohne Frage eine Besonderheit. Sie wurde im Mittelalter weiterverwendet und \u00fcberlebte wohl daher fast komplett. Sie umschlie\u00dft ein rechteckiges Gebiet von 724 x 572 Metern und ist \u00fcber weite Strecken \u00fcber sechs Meter hoch. Zudem sind die Stadttore gen Osten und S\u00fcden noch erhalten. Das im 1. Jahrhundert n. Chr. entstandene Haupttor Porta Pr\u00e6toria wurde in sp\u00e4teren Jahrhunderten mit Marmor bedeckt, konnte seine urspr\u00fcnglichen Formen ansonsten weitestgehend beibehalten. Der Augustusbogen vor dem Tor sowie die einst \u00fcber einen Fluss f\u00fchrende Romerbr\u00fccke Pont de Pierre stammen ebenfalls aus dieser Zeit.<\/p>\n<p>Nicht alle Geb\u00e4ude blieben so gut erhalten. Manche T\u00fcrme der Stadtmauern m\u00f6gen im Kern noch r\u00f6misch sein, viele durchlebten jedoch umfassende \u00c4nderungen. So wurde der Turm von Bramafam, um ein prominentes Beispiel zu nennen, im 11. Jahrhundert auf den Ruinen einer r\u00f6mischen Bastion erbaut und diente den Vicomtes des Hauses von Savoyen als Residenz. Vom monumentalen, vierst\u00f6ckigen Theater blieb die S\u00fcdwand erhalten, auch das Forum existiert bestenfalls noch rudiment\u00e4r. Ein Abstecher zum r\u00f6mischen Gutshof auf dem Hang oberhalb Aostas lohnt sich immer.<\/p>\n<p><strong>Weitere Sehensw\u00fcrdigkeiten in Aosta<\/strong><\/p>\n<p>Das ist aber noch l\u00e4ngst nicht alles, was dich bei deinem Besuch der Kunststadt Aosta erwartet. Die Jahrhunderte nach dem Ende r\u00f6mischer Herrschaft hinterlie\u00dfen selbstverst\u00e4ndlich ihre Spuren, und so k\u00f6nnen wir dir folgende Highlights ans Herz legen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kathedrale:<\/strong> Die Cattedrale di Aosta wurde eigentlich im 4. Jahrhundert erbaut, verschwand allerdings ca. 700 Jahre sp\u00e4ter von der Bildfl\u00e4che, um einem neuen Bau Platz zu machen. Im 15. und 16. Jahrhundert fanden weitere Modifikationen statt. Die sp\u00e4tgotische Gestalt, die Renaissance-Fassade, der klassizistische Vorbau aus sp\u00e4teren Jahren ergeben in Verbindung mit dem Mosaikfu\u00dfboden und den Glasmalereien aus dem 12. und 13. Jahrhundert eine mehr als spektakul\u00e4re architektonische Mischung.<\/li>\n<li><strong>Sant\u2019Orso:<\/strong> Auch die Wurzeln dieses ehemalige Kollegiatstifts liegen weit in der Vergangenheit \u2013 im 5. Jahrhundert, um genau zu sein. Auf eine fr\u00fchromanische Kompletterneuerung folgte das heutige, sp\u00e4tgotische Erscheinungsbild im 15. Jahrhundert. W\u00e4hrend die f\u00fcnfschiffige, auf zw\u00f6lf r\u00f6mischen S\u00e4ulen erbaute Krypta an den Vorg\u00e4ngerbau erinnert, taucht der Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben Christi und der Apostel tief in das 11. Jahrhundert ein.<\/li>\n<li><strong>Ponte di Grand Arvou:<\/strong> Die zunehmende Besiedlung des Aostatals, in Verbindung mit Viehzucht, f\u00fchrte zu Engp\u00e4ssen in der Wasserversorgung. Der Kanal R\u00fb Pr\u00e9v\u00f4t wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut, zahlreiche Aqu\u00e4dukte sollten folgen. Zu den pr\u00e4chtigsten Bauwerken dieser Initiative z\u00e4hlt die Ponte di Grand Arvou, die \u00fcbrigens immer noch in Betrieb ist.<\/li>\n<li><strong>Riserva naturale Tzatelet:<\/strong> Etwas au\u00dferhalb Aostas liegt eines der sch\u00f6nsten Naturschutzgebiete der Region. Hier findest viele seltene Vogelarten und vielf\u00e4ltige, f\u00fcr die Alpen ungew\u00f6hnliche mediterrane Vegetation. Auf dem Tzatelet-H\u00fcgel wurde zudem eine neolithische Nekropole gefunden, die vermutlich um 3000 v. Chr. entstand.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Obwohl es mit Sicherheit bekanntere St\u00e4dte in Norditalien als Aosta gibt, solltest die Hauptstadt des Aostatals auf keinen Fall links liegen lassen. Das packende historische Erbe der regionalen Hauptstadt von der Urzeit \u00fcber das r\u00f6mische Reich bis in die Sp\u00e4tgotik legt so manchen verborgenen Schatz offen, der genauere Betrachtung verdient. Entdecke dieses versteckte Juwel der Alpen, am besten im Rahmen eines mit Sicherheit unvergesslichen Wander- oder Skiurlaubs in der umliegenden Bergwelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u00e4u\u00dfersten Nordwesten Italiens liegt das Aostatal, an Frankreich und die Schweiz angrenzend. Die kleine Region ist f\u00fcr ihre nat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit und den Tourismus, die zahlreichen Regional- und Nationalparks sowie die prestigetr\u00e4chtigen, oft grenz\u00fcbergreifende Skigebiete bekannt. Zudem finden sich im &hellip; <a href=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/die-kunststadt-aosta-von-der-urzeit-bis-heute\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[175,438],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=825"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":826,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825\/revisions\/826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}