{"id":616,"date":"2018-11-15T13:49:41","date_gmt":"2018-11-15T13:49:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/?p=616"},"modified":"2018-11-15T13:51:08","modified_gmt":"2018-11-15T13:51:08","slug":"archaeologische-staetten-von-agrigent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/archaeologische-staetten-von-agrigent\/","title":{"rendered":"Arch\u00e4ologische St\u00e4tten von Agrigent"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_614\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-614\" class=\"size-medium wp-image-614\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/archaeological-area-agrigento-300x200.jpg\" alt=\"Arch\u00e4ologische St\u00e4tten von Agrigent, UNESCO\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/archaeological-area-agrigento-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/archaeological-area-agrigento-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/archaeological-area-agrigento-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/archaeological-area-agrigento.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-614\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/Romas_ph<\/p><\/div>\n<p>Zahlreiche V\u00f6lker hinterlie\u00dfen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende ihre Spuren in Italien. Nicht nur das Festland, auch die Inseln erinnern an einstige Weltm\u00e4chte und gro\u00dfe Regenten. Sizilien diente in vorchristlicher Zeit vornehmlich als griechische Kolonie. Die Hellenen errichteten zahlreiche St\u00e4dte, gewaltige Tempel und Monumente. Einige von ihnen \u00fcberdauerten sogar sp\u00e4tere Eroberungsz\u00fcge der Punier und R\u00f6mer. Die wohl wichtigste arch\u00e4ologische St\u00e4tte der Insel wurde 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erkl\u00e4rt. Sie liegt in Agrigent, s\u00fcdlich des heutigen Stadtkerns, und illustriert die einstige griechische Macht besonders eindrucksvoll. Du bist geschichtlich interessiert? Dann muss du das Tal der Tempel unbedingt besuchen!<\/p>\n<p><strong>Akragas und das Tal der Tempel im Wandel der Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Agrigents arch\u00e4ologische Weltkulturerbe-St\u00e4tte umfasst vor allem die alte griechische Stadt Akragas. Sie wurde im Zuge der zweiten griechischen Kolonisationswelle um 582 v. Chr. gegr\u00fcndet und entwickelte sich schnell zur zweitwichtigsten griechischen Polis auf Sizilien neben Syrakus. Auf einem Hochplateau gelegen, bot Akragas exzellente Verteidigungsm\u00f6glichkeiten dank steil abfallendem Gel\u00e4nde und mehreren Fl\u00fcssen. Massive Stadtmauern erwiesen sich jahrhundertelang als un\u00fcberwindbare H\u00fcrde. Gegen feindliche Armeen gut gesch\u00fctzt, bauten die Herrscher der Polis diese sukzessive aus. Mehrere Tempel und eine Akropolis wurden errichtet, die Mauern erweitert.<\/p>\n<p>Nach mehreren Konflikten zerst\u00f6rten die R\u00f6mer Akragas schlie\u00dflich um 261 v. Chr., kurz darauf setzten karthagische Eroberungsz\u00fcge ein. Unter endg\u00fcltiger r\u00f6mischer Herrschaft sollte Agrigentum, wie die Siedlung nun hie\u00df, erneut aufbl\u00fchen, bevor sie nach dem Einfall der Vandalen mehr und mehr verfiel. Inspiriert durch Goethes und Seumes Reisetageb\u00fccher, begannen im 19. Jahrhundert schlie\u00dflich umfangreiche Ausgrabungsarbeiten. Heute hat das Tal der Tempel vor allem mit dem schleichenden Verfall der Bausubstanz Kalkstein sowie der Ausweisung mancher Gebiete als Bauland, begleitet von illegalen Bauten, zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong>Charakteristika der Tempel<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_615\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-615\" class=\"size-medium wp-image-615\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agrigento-300x200.jpg\" alt=\"Arch\u00e4ologische St\u00e4tten von Agrigent\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agrigento-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agrigento-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agrigento-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agrigento.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-615\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/afinorcchiaro<\/p><\/div>\n<p>Was aber macht die Tempel im arch\u00e4ologischen Park von Agrigent anders als vergleichbare Monumente alter griechischer Baukunst? Da w\u00e4re beispielsweise das Baumaterial: W\u00e4hrend in und rund um Athen vor allem Marmor verwendet wurde, triffst du in Agrigent auf Kalkstein, der aus dem nahen Flusstal des Akragas stammt. Eine Stuckschicht verleiht ihm den Marmor-Look. Au\u00dferdem folgen die Tempel frontbetonten Entw\u00fcrfen, wie du an der breiten Freitreppe und den Opferaltar, an dem Zeremonien mit Tieropfern stattfanden, sehen kannst. Das Olympieion bricht ein wenig aus den g\u00e4ngigen Entw\u00fcrfen aus. Hier kannst du sogar kathargische Elemente wie Pfeiler (statt S\u00e4ulen) sehen. Diese stehen stellvertretend f\u00fcr den damaligen Triumph der Griechen \u00fcber die Karthager.<\/p>\n<p><strong>Ein Spaziergang durch das Tal der Tempel<\/strong><\/p>\n<p>Der Arch\u00e4ologie- und Landschaftspark \u201eTal der Tempel\u201c fasst die wichtigsten \u00dcberreste griechischer Siedlungen entlang der s\u00fcdlichen Stadtmauern zusammen, begleitet von alten Heiligt\u00fcmern, die sogar noch fr\u00fcher entstanden waren. Lass dich vom Namen nicht verwirren \u2013 es handelt sich hierbei um kein Tal im herk\u00f6mmlichen Sinne, sondern um ein Hochplateau. Aber genug gefaselt, hier sind einige unserer Park-Highlights, die du dir im Rahmen einer gef\u00fchrten Tour unbedingt ansehen solltest:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Olympieion:<\/strong> Nach dem Sieg \u00fcber die Karthager in der Schlacht bei Himera um 480 v. Chr. gab der Tyrann Theron den Tempel des Olympischen Zeus in Auftrag. Karthagische Architekturelemente sollten die \u00dcberlegenheit der Griechen symbolisieren. Das Olympieion war der drittgr\u00f6\u00dfte Tempel der griechischen Antike \u00fcberhaupt. Nach der Eroberung der Kolonie durch die Karthager \u2013 welch Ironie \u2013 bleiben allerdings nur Mauer- und S\u00e4ulenreste \u00fcber.<\/li>\n<li><strong>Stadtmauer:<\/strong> Die Mauer an der S\u00fcdseite der Stadt wurden einst aus dem Fels herausgeschlagen. In der Innenseite siehst die Grabst\u00e4tten aus byzantinischer Zeit.<\/li>\n<li><strong>Heraklestempel:<\/strong> Wohl im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtet, ruht dieser Tempel auf einem dreistufigen Unterbau. Seine Tr\u00fcmmer findest du \u00fcber das gesamte Areal verstreut, die S\u00e4ulen wurden 1924 wieder aufgerichtet.<\/li>\n<li><strong>Heratempel:<\/strong> Wenn man es genau nimmt, wurde dieser Tempel gar nicht der Hera gewidmet \u2013 es handelt sich um eine Verwechslung, die eigentliche g\u00f6ttliche Widmung ist heute unbekannt. Mittlerweile stehen 25 der urspr\u00fcnglich 34 S\u00e4ulen. Einige tragen sogar noch ihre Kapitelle und einen Architrav.<\/li>\n<li><strong>G\u00e4rten von Kolymb\u00e9thra:<\/strong> Diese Talsenke diente einst dem Wasserablauf und der Wasserversorgung. Sp\u00e4ter verlandet, entstanden hier fruchtbare Obst- und Gem\u00fcseg\u00e4rten. Einige der B\u00e4ume und Pflanzen sind hunderte von Jahren alt. Die antiken Aqu\u00e4dukte dienen heute der Gartenbew\u00e4sserung.<\/li>\n<li><strong>Dioskurentempel:<\/strong> Die Rekonstruktion dieses Tempels sorgt in der Fachwelt f\u00fcr gro\u00dfe Kontroverse. Ihr malerisches Aussehen wird aufgrund der Vermischung von Bauteilen mehrerer Stilepochen weitestgehend abgelehnt. Sehenswert ist das Tempelgel\u00e4nde aber allemal.<\/li>\n<li><strong>Concordiatempel:<\/strong> Im Gegensatz zum Dioskurentempel ist der Concordiatempel der wohl am genauesten ausgef\u00fchrte Tempel im Park. Er ruht auf einem Sockel der Bodenunebenheiten ausgleicht, und wurde bis ins 17. Jahrhundert als christliche Basilika gen\u00fctzt.<\/li>\n<li><strong>Fr\u00fchchristliche Nekropole:<\/strong> Zwischen dem 3. und 9. Jahrhundert n. Chr. wurden die Gr\u00e4ber zwischen dem Concordia- und dem Heraklestempel geschaffen. Die darunterliegende Katakombe kann leider nicht besichtigt werden.<\/li>\n<li><strong>Heiligtum der chthonischen Gottheiten:<\/strong> Schon vor der gro\u00dfen Kolonialisierung Akragas&#8216; verehrten die Griechen ihre Gottheiten. Die \u00e4ltesten Bauteile dieses Heiligtums lassen sich auf die erste H\u00e4lfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. zur\u00fcckdatieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Bauwerke und Sehensw\u00fcrdigkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Agrigents arch\u00e4ologische St\u00e4tten kennen noch viele weitere Highlights, die sich rund um den Arch\u00e4ologie- und Landschaftspark erstrecken. Wir haben ein paar Favoriten f\u00fcr dich ausgew\u00e4hlt:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Poggetto San Nicola:<\/strong> Mitten in der antiken Stadt erhebt sich ein kleiner H\u00fcgel, der Poggetto San Nicola. Auf dieser Anh\u00f6he befindet sich eine alte Kirche der Zisterzienser mit romanischer Fassade. Die Marmorreliefs in der Seitenkappelle sind allerdings griechischen Ursprungs. Das Arch\u00e4ologische Museum fasst die wichtigsten Funde aus Agrigent und seiner Umgebung zusammen, darunter ein r\u00f6mischer Kindersarg und ein Telamon vom Olympieion.<\/li>\n<li><strong>Hephaistostempel:<\/strong> Gerade noch innerhalb der antiken Stadtmauer aber au\u00dferhalb des Parks gelegen, erhebt sich der j\u00fcngste der klassischen Akragas-Tempel. Leider blieben nur zwei S\u00e4ulenreste \u00fcber.<\/li>\n<li><strong>Asklepiostempel:<\/strong> Neuere Grabungen f\u00f6rderten einen Geb\u00e4udekomplex rund um diesen Tempel au\u00dferhalb der Stadt zu Tage. Hier soll laut Cicero einst ein Standbild des Apoll aufbewahrt worden sein.<\/li>\n<li><strong>Akropolis:<\/strong> Einst befanden sich zwei Tempel \u2013 der Zeus und der Athena geweiht \u2013 auf der Akropolis, die sich \u00fcber zwei H\u00fcgel erstreckte. Ihre Reste blieben leider verborgen, die Kirche Santa Maria dei Greci befindet sich vermutlich am ehemaligen Standplatz des Athenatempels.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ungebrochene Faszination begleitet die arch\u00e4ologischen St\u00e4tten von Agrigent bis heute. Die Mischung aus alten Ruinen und versuchten Neuaufbauten verzaubert bis heute auf schwer in Worte zu fassende Weise. Anders gesagt: Du musst unbedingt in das Tal der Tempel reisen. Kaum hast du einen Fu\u00df auf die Erde gesetzt, kannst du die wechselhafte Geschichte dieses Orts f\u00f6rmlich sp\u00fcren. Lass dir diese und weitere ZAINOO-Top-Destinationen auf keinen Fall entgehen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche V\u00f6lker hinterlie\u00dfen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende ihre Spuren in Italien. Nicht nur das Festland, auch die Inseln erinnern an einstige Weltm\u00e4chte und gro\u00dfe Regenten. Sizilien diente in vorchristlicher Zeit vornehmlich als griechische Kolonie. 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