{"id":590,"date":"2018-06-21T11:49:19","date_gmt":"2018-06-21T11:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/?p=590"},"modified":"2018-06-21T11:49:19","modified_gmt":"2018-06-21T11:49:19","slug":"die-sassi-und-der-park-der-felsenkirchen-von-matera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/die-sassi-und-der-park-der-felsenkirchen-von-matera\/","title":{"rendered":"Die Sassi und der Park der Felsenkirchen von Matera"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_588\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-588\" class=\"size-medium wp-image-588\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera-300x200.jpg\" alt=\"Sassi di Matera, UNESCO\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-588\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/ermess<\/p><\/div>\n<p>Was ist eigentlich heute noch von der Steinzeit \u00fcbriggeblieben? Nun, wirst du dir denken, ein kleiner Abstecher ins n\u00e4chste Museum sollte doch ein paar Relikte und Werkzeuge zu Tage f\u00f6rdern. Was aber, wenn es eine ganze Stadt gibt, die seit \u00fcber 9000 Jahren ununterbrochen bewohnt wird? In der s\u00fcditalienischen Region Basilikata, ca. 200 km \u00f6stlich von Neapel gelegen, erwartest du dir nach dieser Beschreibung wahrscheinlich ein Open-Air-Museum. Tats\u00e4chlich leben aber nach wie vor 60.000 Menschen in Matera. Einige von ihnen renovieren die Sassi, die seit 1993 zum Welterbe der UNESCO z\u00e4hlen, und schaffen sich ein kleines Zuhause in ihnen. Klingt komisch? Aber hallo!<\/p>\n<p><strong>Von der Steinzeitsiedlung zur Kulturschande<\/strong><\/p>\n<p>Wann die Sassi, so der Name der H\u00f6hlensiedlungen, genau entstanden sind, liegt heute im Verborgenen. Funde lassen auf jungsteinzeitlichen Ursprung schlie\u00dfen, was Matera zu einer der \u00e4ltesten St\u00e4dte der Welt machen w\u00fcrde. Einzig in China gibt es wohl einen \u00e4hnlichen Ort mit H\u00f6hlen, die nach wie vor bewohnt werden. Auch wurden j\u00fcngere Funde in diesen in Tuffstein gehauenen Behausungen gemacht. Die hier ausgegrabenen Keramiken sind beispielsweise eng mit der fr\u00fchen Eisenzeit verbunden.<\/p>\n<p>Auch in der nachchristlichen Zeit wurden die Sassi bewohnt, bis sie Mitte des 20. Jahrhunderts schlie\u00dflich zur nationalen Kulturschande erkl\u00e4rt wurden. F\u00fcr weite Teile der Bev\u00f6lkerung war es unvorstellbar, dass manche Menschen immer noch in Felsh\u00f6hlen ohne Strom oder flie\u00dfendes Wasser bei katastrophalen Hygienezust\u00e4nden wohnten. So konnte sich 1948 sogar die Malaria in Matera breitmachen. Die Stadt reagierte und siedelte die Bewohner in modernere Viertel um. Die H\u00f6hlen sollten umfassend renoviert werden, verfielen aber. Erst in den sp\u00e4ten 80er Jahren begannen entsprechende Arbeiten an den Sassi im Zuge einer gro\u00dfangelegten Wiederentdeckungskampagne, die 1993 sogar die UNESCO auf den Plan rief und die Anlage zum Weltkulturerbe erkl\u00e4ren lie\u00df. Heute versucht die Stadt Mieter mit gro\u00dfz\u00fcgigen Subventionierungspl\u00e4nen und g\u00fcnstigen Krediten in die Sassi zu locken.<\/p>\n<p><strong>Aufbau und Entwicklung der Sassi<\/strong><\/p>\n<p>Matera selbst liegt auf einem gro\u00dfen, exponierten Felsen. Der vergleichsweise weiche Tuffstein bot sich in den Anfangszeiten menschlicher Siedlungsgeschichte nat\u00fcrlich als Baumaterial an, da er sich leicht bearbeiten und transportieren lie\u00df. Au\u00dferdem war es vergleichsweise einfach, Wohnh\u00f6hlen in den vorhandenen Tuffstein zu schlagen. Die ersten Sassi entstanden komplett unterirdisch durch konstante, sukzessive Aush\u00f6hlung des Felsmaterials. Mit dem abgetragenen Stein lie\u00df sich die H\u00f6hle leicht versiegeln.<\/p>\n<div id=\"attachment_589\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-589\" class=\"size-medium wp-image-589\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera2-300x200.jpg\" alt=\"Die Sassi und der Park der Felsenkirchen von Matera, UNESCO\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera2-900x600.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/sassi-matera2.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-589\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com\/ermess<\/p><\/div>\n<p>Was sich in den ersten steinzeitlichen Siedlungen noch als schlichte H\u00f6hle pr\u00e4sentierte, erfuhr im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende konstante Erweiterungen. So fertigten die Bewohner Anbauten an, die in einen Komplex an unterirdischen R\u00e4umlichkeiten f\u00fchrten, der ausgekl\u00fcgelt bew\u00e4ssert wurde. Teile des bereits in der Bronzezeit entstandenen Brunnen- und Bew\u00e4sserungssystems sind \u00fcbrigens heute noch sichtbar. Zugleich wurde auf bestehenden Sassi aufgebaut. D\u00e4cher wurden zu B\u00f6den, unterirdische Siedlungen wanderten sukzessive ans Tageslicht und aufgelassene H\u00f6hlen unter der Erde dienten als Steinbr\u00fcche f\u00fcr die Vorderfronten der einzelnen Geb\u00e4ude. Einige dieser H\u00f6hlen, die sich mittlerweile \u00fcberwiegend im Besitz der Stadt befinden, kannst du im Rahmen von F\u00fchrungen besichtigen.<\/p>\n<p><strong>Park der Felsenkirchen<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur die H\u00f6hlen und Felswohnungen bestehen aus Tuffstein, auch die alten Gebetsh\u00e4user wurden seinerzeit in den Felsen gehauen. Ein gewaltiger arch\u00e4ologisch-historischer Naturpark, der bis in das benachbarte Montescaglioso reicht, beheimatet unz\u00e4hlige dieser Felsenkirchen auf einer unglaublichen Gesamtfl\u00e4che von \u00fcber 8.000 Hektar. Sie alle zu besichtigen, ist nat\u00fcrlich ein Ding der Unm\u00f6glichkeit, und doch wirst du so manches Tuffstein-Highlight im Rahmen deines Stadtspaziergangs bestaunen k\u00f6nnen. In San Nicola dei Greci findet beispielsweise eine wichtige j\u00e4hrliche Skulpturenausstellung dar, w\u00e4hrend Santa Barbara f\u00fcr ihre pr\u00e4chtigen Fresken bekannt ist. Die Felsenkirchen Santa Maria Idris und San Pietro Barsiana sowie die Felsenanlage Madonna delle Virt\u00f9 solltest du dir ebenso wenig entgehen lassen.<\/p>\n<p>Materas steinerne Geschichtszeugen erstrahlen auch heute noch in hellem Licht, ruppige Felsoptik hin oder her. Anstatt eine Art Disneyland aus den steinzeitlichen H\u00f6hlen zu machen, setzte die Stadtverwaltung auf Erhaltung und sanfte Modernisierung \u2013 letztlich der richtige Weg, denn die Tuffstein-H\u00f6hlen und die wundersch\u00f6nen Felsenkirchen w\u00e4ren viel zu schade f\u00fcr Kitsch und Massentourismus. Das ZAINOO-Team w\u00fcnscht dir viel Spa\u00df bei deinem Spaziergang durch das urzeitliche UNESCO-Weltkulturerbe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eigentlich heute noch von der Steinzeit \u00fcbriggeblieben? Nun, wirst du dir denken, ein kleiner Abstecher ins n\u00e4chste Museum sollte doch ein paar Relikte und Werkzeuge zu Tage f\u00f6rdern. 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