{"id":423,"date":"2017-06-30T08:47:44","date_gmt":"2017-06-30T08:47:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/?p=423"},"modified":"2017-06-30T08:47:44","modified_gmt":"2017-06-30T08:47:44","slug":"palio-di-siena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/de\/palio-di-siena\/","title":{"rendered":"Palio di Siena: Italiens ber\u00fchmtestes Pferderennen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_422\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-422\" class=\"size-medium wp-image-422\" src=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/palio-di-siena-300x208.jpg\" alt=\"Palio di Siena, Toskana\" width=\"300\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/palio-di-siena-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/palio-di-siena-768x532.jpg 768w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/palio-di-siena-900x623.jpg 900w, https:\/\/www.zainoo.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/palio-di-siena.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-422\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Bigstock.com<\/p><\/div>\n<p>100 Sekunden sind eine Menge Zeit, in der viel passieren kann, oder auch nur ganz wenig. Das ist nat\u00fcrlich kein Angriff auf die M\u00e4nnlichkeit, sondern beschreibt vielmehr das vielleicht ber\u00fchmteste Pferderennen Italiens, den Palio di Siena. An zwei Terminen \u2013 am 2. Juli und 16. August \u2013 treten je zehn der 17 Contraden oder Stadtteile in diesem spektakul\u00e4ren Wettbewerb, der Jahr f\u00fcr Jahr tausende Besucher aus aller Welt anlockt und dramatischer wie actionreicher Schauplatz f\u00fcr zahlreiche Film-Blockbuster war, gegeneinander an. Was aber steckt hinter diesem traditionsreichen Rennen, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zur\u00fcckreichen?<\/p>\n<p><strong>Wie alles begann<\/strong><\/p>\n<p>Die genauen Urspr\u00fcnge des Palios liegen heute im Dunkeln. Urformen und Vorl\u00e4ufer werden, je nach Interpretation der vorliegenden Belege, zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert vermutet. Im Mittelalter fanden allerlei Spiele und Wettbewerbe auf dem Stadtplatz Piazza del Campo statt, darunter Kampfsport, Ritterspiele und Stierk\u00e4mpfe. Gro\u00dfanlegte Rennen, die &#8222;palli alla lunga&#8220;, f\u00fchrten damals durch die ganze Stadt. Als Ferdinando I. de&#8216; Medici, Gro\u00dfherzog der Toskana, besagte Stierk\u00e4mpfe im Jahr 1590 verbot, organisierten die Contraden Rennen auf der Piazza del Campo. Diese wurden zun\u00e4chst auf Stieren, dann auf Eseln und schlie\u00dflich, seit 1633, auf Pferden geritten.<\/p>\n<p><strong>Zwei Termine und Teilnehmerbeschr\u00e4nkungen<\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich fand der Palio nur am 2. Juli zu Ehren der Madonna di Provenzano (daher der Beiname &#8222;Palio di Provenzano&#8220;) statt. Das \u00e4nderte sich jedoch im Jahr 1701, als erstmals am 16. August zu Ehren der Maria Himmelfahrt (&#8222;Palio dell&#8217;Assunta&#8220;) ein zweiter Termin abgehalten wurde. Anfangs noch von der im Juli siegreichen Contrade und daher oft nur alle zwei Jahre veranstaltet, \u00fcbernahm die Stadt Siena 1802 die Verantwortung f\u00fcr den August-Termin und machte daraus eine j\u00e4hrliche Veranstaltung. Einige Jahrzehnte zuvor, im Jahr 1729, legte Sienas damalige Gouverneurin Violante Beatrix von Bayern die Einteilung der 17 einzelnen Stadtteile (Contraden) neu fest und beschr\u00e4nkte zudem die Teilnehmerzahl pro Rennen auf zehn Contraden.<\/p>\n<p><strong>So funktioniert das Rennen<\/strong><\/p>\n<p>Seit knapp 300 Jahren sind also &#8222;nur&#8220; zehn Contraden pro Rennen zugelassen. Die Teilnehmer setzen sich aus jenen sieben Contraden, die im Vorjahr beim jeweiligen Termin aussetzen mussten, sowie drei weiteren, die per Los ermittelt werden, zusammen. Somit k\u00f6nnen manche Stadtteile an beiden Jahresrennen teilnehmen, ein Doppelsieg im Juli und August ist jedoch \u00e4u\u00dferst selten. So ein &#8222;cappotto&#8220; (dt. &#8222;Mantel&#8220;) gelang bislang 17mal, zuletzt 2016 (Lupa), 1977 (Giraffe) und 1933 (Tartuca).<\/p>\n<p>Die Reiter und Pferde sind keiner Contrade zugeh\u00f6rig. W\u00e4hrend die Jockeys vom Capitano, dem Mannschaftsf\u00fchrer des jeweiligen Stadtteils, gemietet und bezahlt werden, entscheidet das Los \u00fcber die Zuweisung der Pferde. Der Renntag selbst beginnt mit einem gro\u00dfen historischen Umzug. Jede der teilnehmenden Contraden pr\u00e4sentiert ihr Wappen und zeigt sich in mittelalterlichen Kost\u00fcmen. Danach geht es schlie\u00dflich auf den ca. 300 m langen \u00e4u\u00dferen Ring der Piazza del Campo, auf dem zuvor ein Spezialbelag aus Sand und Tuff in einer Dicke von ungef\u00e4hr 20 cm aufgebracht wurde. Auf der nur 7,5 m breiten Bahn geht es eng zu, wenn die zuvor zugelosten Startpl\u00e4tze bezogen werden. Sobald die Startleine (&#8222;canapo&#8220;) ausgel\u00f6st wird, geht es auf den ungesattelten Pferden drei Mal rund um den Platz. Schubsereien und gegenseitige Behinderungen stehen in diesem actionreichen, atemberaubenden Rennen an der Tagesordnung. Nach ca. 100 Sekunden ist das Spektakel auch schon wieder vorbei. Es gewinnt jene Contrade, deren Pferd \u2013 mit Diadem, aber nicht zwingend mit Reiter \u2013 zuerst die Ziellinie \u00fcberquert. Die Sieger erhalten den Palio, ein Seidenband, und st\u00fcrzen sich sogleich in oft wochenlange Feierlichkeiten. Danach kehrt Ruhe ein, denn am 17. August, wie man in Siena gerne sagt, kehrt der Winter ein.<\/p>\n<p>Hinter dem Palio di Siena stecken zwei spektakul\u00e4re Rennen mit nicht minder begeisternden Festlichkeiten vor und nach den Terminen im Juli und August. Wenn du dabei sein m\u00f6chtest, solltest du dein Zimmer m\u00f6glichst weit im Vorhinein buchen, denn rund um das Rennen ist die ganze Stadt meist komplett ausgebucht. Sei live dabei und entdecke die umliegende Toskana mit den <a href=\"https:\/\/www.zainoo.com\/de\/italien\/reise-italien\" target=\"_blank\">Reisetipps<\/a> auf ZAINOO!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>100 Sekunden sind eine Menge Zeit, in der viel passieren kann, oder auch nur ganz wenig. Das ist nat\u00fcrlich kein Angriff auf die M\u00e4nnlichkeit, sondern beschreibt vielmehr das vielleicht ber\u00fchmteste Pferderennen Italiens, den Palio di Siena. 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